Samstag, 14. April 2012

Apartment 16 - Die Zweite


Dank einer gestrigen Nachtschicht und dem Rest lesen heute Morgen, bin ich mit „Apartment 16“ nun durch. Ich muss gestehen, ich habe selten einem Charakter so sehnlichst den Tod gewünscht wie dem Nachtportier in diesem Buch. Seth ist für mich jene Art von Mensch, um die im realen Leben definitiv einen Bogen machen würde. So was von widerwärtig, verrückt und jämmerlich – ich war so erleichtert, als er am Ende seine gerechte Strafe bekam.

Nun ja, ob sie 'gerecht' ist, darüber kann man natürlich wie immer streiten, aber in jedem Fall muss ich meine Meinung über das Buch nicht revidieren. Es bleibt bis zum Schluss eine Mischung aus Horror, Okultem und dem menschlichem Abfall von Existenzen, die einfach nichts aus ihrem Leben machen. Vom Ekelfaktor gar nicht zu reden.

Wie auch bei seinem zweiten Buch lässt Adam Nevill in „Apartment 16“ das Ende irgendwie offen. Wer bei ihm also das perfekte Happy End erwartet, wird definitiv enttäuscht werden. Er schließt die Geschichte an sich ab, aber ich als Leser bleibe mit einigen Fragen zurück, bei denen ich nicht sicher bin, ob ich sie beantwortet haben will oder nicht. Teilweise habe ich mich beim Lesen ernsthaft gefragt, was der Autor geraucht hat, um so etwas Grausiges schreiben zu können. Ich habe Bücher von Stephen King gelesen und selbst der kann in der Hinsicht nicht mithalten. Die Art und Weise wie Nevill seinen Charakter Seth über die Stadt London und ihre Bewohner nachdenken lässt, wie er mit jeder neuen Seite tiefer aufzeigt, was für ein Mensch Seth im Inneren wirklich ist, da kriegt man Gänsehaut. Also ich zumindest.

Es gab ab und zu Momente, wo ich mit Mitleid mit Seth hatte, weil er ein Charakter ohne jegliches Rückgrat ist, aus dem mit der richtigen Hilfe vielleicht sogar etwas hätte werden können. Aber im 'Barrington House' hat er leider genau die falschen Personen getroffen. Dennoch halte ich Seth zugute, dass er am Ende der Geschichte für einen kurzen Augenblick das Richtige tun wollte. Er hat es  nicht geschafft, dafür war er geistig schon längst nicht mehr fähig, aber er hat es zumindest versucht.

Gott sei Dank hat Nevill mit Charakterwechseln gearbeitet, weil ich, wäre das Buch komplett aus der Sicht von Seth gewesen, es nicht zu Ende gelesen hätte. Dieser Charakter zog mich mehr und mehr runter, sodass ich etwa ab der Mitte des Buches richtiggehend erleichtert war, wenn Nevill im nächsten Kapitel aus einer anderen Sicht weitererzählte. Im Großen und Ganzen wird das Buch von Seth und Apryl erzählt, die mir von Anfang bis Ende sympathisch war. Ein bisschen naiv vielleicht, aber dennoch sympathisch, wie sie versucht den Tod ihrer Großtante aufzuklären. Den meisten Eindruck hinterlässt allerdings Seth. Zwischendurch kommen noch ein paar andere Charaktere zu Wort, was ich an sich nicht mag, aber in dem Fall war es wirklich wichtig, um die Geschichte komplett zu verstehen.

Fazit: Wer Horror mag und sich gerne ekelt, wird mit „Apartment 16“ voll auf seine Kosten kommen.

1 Kommentar:

  1. Hihi *g*
    Du hast mich defintiv überzeugt. Ich muss dieses Buch haben :D
    Danke^^

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