Samstag, 14. Juli 2012

Verschlungene Wege

Es hat erneut Nora Roberts erwischt, diesmal aber keine reine Romanze, sondern einen durchweg gut gemachten Krimi. „Verschlungene Wege“ heißt das Buch, das ich gestern ausgelesen habe. Es dümpelte schon so lange in meinem Regal herum, das ich nicht mal mehr wusste, ob ich es schon gelesen habe oder nicht. Ich hatte, aber das hat sich erst ziemlich spät rausgestellt. ;-)

Die Story handelt von der jungen Reece Gilmore, die auf der Flucht vor sich selbst ist und dank ihres kaputten Wagens in einem kleinen Kaff mitten in Wyoming landet. Da sie Geld braucht, sucht sie sich gezwungenermaßen einen Job als Köchin und stolpert ein paar Tage bei einem Spaziergang über den mürrischen Schriftsteller Brody.

Ich nenne ihre Jobsuche bewusst 'gezwungenermaßen', denn was sich erstmal wie eine typische Romanze liest – rauer Kerl rettet traumatisiertes Weibchen – entpuppt sich recht schnell als wirklich gut gemachte Geschichte. Reece beobachtet einen Mord, doch da sich keine Leiche finden lässt, glaubt ihr der ansässige Sheriff nicht. Dass Reece eine traumatische Vergangenheit hat, macht das Ganze nicht besser, beziehungsweise sie als Zeugin nicht glaubwürdiger. Und als sie dann auch noch anfängt, an Gedächtnisverlust zu leiden, wird die Story erst so richtig interessant.

„Verschlungene Wege“ ist ein gut gewählter Titel für dieses Buch, denn dass Reece seelisch nicht auf der richtigen Straße unterwegs ist, beweisen schon die ersten Seiten. Auch ich habe mich einige Zeit gefragt, ob sie sich den Mord einfach nur eingebildet hat, oder ob mehr dahinter steckt. Sicher war ich mir erst, als sich die mysteriösen Vorkommnisse in Reeces Umgebung häufen und da habe ich es wie Brody gehalten und mir gedacht, irgendwer will Reece an den Kragen. So verrückt kann sie also nicht sein.

Ist Reece auch nicht und als sie dann zufällig über eine erste Spur stolpert, die sie zu der angeblichen Leichen führen könnte, überschlagen sich die Ereignisse. Ich will das Ende nicht verraten, nur soviel, wer der Mörder ist, habe ich erst ziemlich am Ende begriffen. Von daher, Daumen hoch, denn es gibt genug Bücher, wo man schon nach den ersten 100 Seiten weiß, wer hinter allem steckt. Das ist in „Verschlungene Wege“ nicht der Fall.

Fazit: Eine schöne Romanze, gemischt mit einem richtig guten Krimi. Definitiv Lesenswert.

Kommentare:

  1. Hm, das Buch habe ich auch gelesen. Es ist allerdings schon eine Weile her, sodass ich mich nicht mehr genau daran erinnern kann. Aber ich gebe zu, dass ich ihre Bücher in die Richtung sehr gerne mag, weil sie einfach auch noch ein Stück spannender sind. Mal sehen, wenn ich mal wieder Zeit habe...

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    1. So ging's mir ja auch. Bis da der "Aha"-Effekt kam, was den Täter angeht, hat es eine ganze Weile gedauert, obwohl ich das Buch schon kannte. *lol*

      Ich muss mal mein Bücherregal ein bisschen umräumen, da finden sich garantiert noch mehr solche Sachen. :-)

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  2. Ich würde ja zu gerne mal in deinem Bücherregal stöbern, was sich da wohl so alles findet.^^

    Nora Roberts kann wirklich gut Schreiben und diesen Roman habe ich damals auch Verschlungen, ich bin ja eh ein großer Krimi und Psycho Fan und bei ihr kommt man immer mal wieder auf seine Kosten, wenngleich man sich immer durch eine Liebesgeschichte quälen darf/muss.
    An dieser Geschichte mochte ich auch am meisten, das man nie wusste woran man nun war und die seltsamsten Thesen aufstellt. *g*

    Ich habe auch die Verfilmung des Buches auf dem Rechner, ist relativ erträglich umgesetzt worden, aber mit der Besetzung der Reese haben sie total daneben(ind Kloh) gegriffen.

    Lindi

    (Ich brauche gerade dringend etwas zu Lesen, daher stöbere ich durch deine Rezensionen um evtl etwas Lesenswertes zu finden. Was nichts mit Vampiren zu tun hat, da habe ich wirklich noch nie einen gefunden, der mir auch nur ansatzweise gefallen hätte.)

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    1. Tue dir keinen Zwang an, dafür sind die Rezis ja da. *g* Oh, und deinem Wunsch nach einem Blick in mein Bücherregal habe ich soeben nachgegeben. *hihi*

      Nora Roberts Verfilmungen habe ich ein paar gesehen, war aber immer schwer enttäuscht. Es ist eben nicht dasselbe wie die Bücher, vor allem weil sie immer soviele Details weglassen. *sfz* Daher gucke ich keine mehr.

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