Dienstag, 21. August 2012

Der Schwarm

Gelesen habe ich Frank Schätzings „Der Schwarm“ schon vor mehreren Jahren das erste Mal und ich kann nicht behaupten, dass sich am Lesespaß beim zweiten Versuch etwas geändert hätte. Eines ist bei diesem dicken Wälzer allerdings anders. Normalerweise lese ich die meisten Bücher doppelt und dreifach, wenn ich sie neu gekauft habe, „Der Schwarm“ war und ist mir dafür allerdings zu anstrengend.

Das Buch ist großartig, gar keine Frage, und das obwohl der Autor auf seinen fast 1.000 Seiten mit so vielen Details in puncto Wissenschaft, Militär und Technik um sich wirft, dass einem beim Lesen mit der Zeit der Kopf raucht. Mir ging es jedenfalls so. Aber Frank Schätzing hat es gut gemacht und sehr viele Seiten einzig und allein darin investiert, sämtliche Details so zu erklären, dass sie jeder normale Leser verstehen kann, ohne dafür Biologie, Genetik, Technik oder sonst was studiert haben zu müssen.

Der Inhalt ist schnell erklärt, denn in Frank Schätzings „Der Schwarm“ inszeniert der Autor die Geschichte vom Kampf der Natur gegen den Menschen. Mehr will ich dazu auch gar nicht zu sagen, selbst lesen ist hier angesagt.

Frank Schätzings „Der Schwarm“ hat allerdings einen kleinen Makel, meinem Empfinden nach, denn es gibt einfach zu viele Charaktere. An sich kein Problem, aber wenn ich auf einer Seite etwas von Sigur Johanson lese, einen Absatz weiter erzählt Tina Lund die Geschichte und auf der nächsten Seite hat plötzlich Leon Anawak das Wort, wird es irgendwann unübersichtlich. Das funktioniert mit 5 Charakteren vielleicht super, bei mehr als 30 wird es haarig. Ich fühlte mich davon zum Teil jedenfalls gestört, einfach weil es Charaktere gab, die in meinen Augen total unwichtig waren. Andere wiederum habe ich beim Lesen ins Herz geschlossen, auch wenn der werte Herr Autor leider keine Gnade kennt, wenn es um das Töten von Hauptcharakteren geht.

Frank Schätzing hat mit „Der Schwarm“ einen packenden Thriller geschaffen, der einen beim Lesen nervös macht, denn wer kann mit Sicherheit sagen, dass wir Menschen nicht eines Tages wirklich vor dem Problem der zurückschlagenden Natur stehen? Man braucht sich nur das verrückte Wetter der letzten Monate anzusehen, um sich zu fragen, was da noch alles kommen mag.

Fazit: Ein wirklich tolles Buch, das trotz vieler technischer und wissenschaftlicher Dinge für normale Leser verständlich geschrieben wurde. Sehr empfehlenswert.

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