Donnerstag, 16. Mai 2013

Im Zimmer wird es still

Es ist bereits einige Tage her, dass ich "Im Zimmer wird es still" von Jan Walther gelesen habe, aber ich glaube, man kann zu diesem Buch gar nicht genug Abstand gewinnen, um es vernünftig beurteilen/rezensieren zu können.

Ich weiß immer noch nicht, was ich dazu schreiben soll ... wer immer es liest, sollte auf jeden Fall Taschentücher in Reichweite haben, und zwar jede Menge. Ich habe einige verbraucht und "Im Zimmer wird es still" ist das erste Buch, das ich nur in Abschnitten lesen konnte, weil es aufwühlt. Vom Thema her genauso wie von der Umsetzung, denn die ist klasse.

Der Inhalt lautet wie folgt: "Als Peter an Krebs erkrankt, umsorgt ihn sein Partner so gut er kann. Andreas, der zwischen seiner Liebe zu Peter und seiner Angst, ihn zu verlieren, hin- und hergerissen ist, fühlt sich überfordert und alleingelassen. Aber auch Peter macht sich Sorgen um Andreas, will ihn beschützt wissen, ihm das Gefühl geben, dass alles in Ordnung ist. Dann verschlimmert sich der Zustand von Peter."

Das Buch hat nur 160 Seiten, aber auf denen ist es Jan Walther gelungen, fast jede Gefühlsregung unterzubringen, die man haben kann. Ich könnte jetzt einen ganzen Stapel an Worten bemühen - krass, traurig, hilflos, etc. - es würde der Geschichte von Andreas und Peter trotzdem nicht gerecht. "Im Zimmer wird es still" handelt vom Sterben, schlicht und ergreifend. Von der Hoffnungslosigkeit, der Trauer und dem Nichtwissen, wie es weitergehen soll, wenn es vorbei ist. In diesem Buch gibt es kein Happy End, das kann es auch nicht. Als Leser wusste ich von Anfang an, wo der Weg Peter und Andreas hinführen wird, und dennoch habe ich nicht damit gerechnet, wie Jan Walther dieses Buch beendet.

Ich will nicht zuviel verraten, lest es einfach selbst.

Fazit: "Im Zimmer wird es still" ist eine wunderbare Geschichte, die eindringlich zeigt, wie vergänglich das Leben ist.

Kommentare:

  1. Ich muss das Buch unbedingt lesen, auch wenn ich dabei 10 Packungen Taschentücher benötigen werde. Ich meine, alleine die Kurzbeschreibung sagt hier schon alles. Und ich denke, gerade die Bücher, wo man sich nicht sicher ist, wie man sie finden soll, sind am interessantesten und definitiv die Bücher, die man sich auf ewig merken wird. :-)

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    1. Mir fällt beim Lesen deines Kommentars gerade auf, ich hab' vergessen die Inhaltsangabe zu erwähnen. Muss ich schnell noch nachholen. *g*

      Oh ja, wie wahr. :-) Solche Bücher hinterlassen jede Menge Eindruck, auch wenn sie kein Happy End haben. Oder vielleicht sogar gerade deswegen.

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  2. Für mich ein wunderbares Buch. Ein ganz besonderes Kleinod in diesem Genre, weil es vom Stil und von er Thematik her so einzigartig ist. Ich habe es um Weihnachten herum gelesen, somit ist das schon etwas her, und war begeistert. Genauso auch wie von seinem ersten Buch "Benjamins Gärten", das ich davor gelesen habe, und das ich persönlich sogar noch einen Tick besser fand, auch wenn das Thema ja ein völlig anderes ist. Ich glaube, da habe ich dir auch davon erzählt, als ich es gelesen habe.

    Ich finde den Stil ja einzigartig. Ruhig und poetisch. Man wird beharrlich in einen Kokon eingesponnen und gefangen in der Gedankenwelt. Dadurch wirkt es besonders eindringlich. Ich hoffe, der Autor schreibt noch viele Bücher, denn er hat einen wirklich wunderbaren Stil.

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    1. Stimmt, ich erinnere mich ;-) und bin auch schon um "Benjamins Gärten" herumgeschlichen. Mal schauen, ob ich mich daran noch wage. *g*

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  3. Liebe Sue - ich kann gar nicht richtig ausdrücken, wie sehr mich Deine Worte freuen, und wie schön es ist, Leser so zu erreichen! So eine Rückmeldung motiviert mich, weiter zu schreiben. Auch wenn ich ziemlich lange brauche. Aber mein nächster Roman ist fertig und kehrt in die Welt von Benjamins Gärten zurück :-)
    Danke und Liebe Grüße

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