Mittwoch, 3. Juli 2013

Staub und Stolz

Es gibt Bücher, die liest man, liebt man und findet trotz aller Bemühungen einfach nicht die richtigen Worte, um sie zu beschreiben. „Staub und Stolz“ von C. Dewi gehört für mich definitiv in diese Sparte, dabei war ich lange unsicher, ob ich die Geschichte überhaupt lesen will. Warum? Aus 2 Gründen: 1. sie kommt aus dem Hause Incubus und 2. spielt sie in einem Genre, um das ich allgemein einen Bogen mache.

Aber vor allem Punkt 1 gab schließlich den Ausschlag, es doch zu versuchen, weil alles, was ich aus diesem Verlag kenne, große Klasse ist, und so habe ich, als der Verlag Rezensionsexemplare verteilte, mutig angefragt und wurde erhört. Vielen Dank an dieser Stelle an die Incubi für und Dewi für dieses tolle Werk.

„Staub und Stolz“ ist in der Fantasyecke angesiedelt und erzählt die Geschichte zweier Männer, die unterschiedlicher nicht sein können, und einander gerade deshalb anziehen, wie die Motte das Licht. Dabei darf ihre Verbindung nicht sein und ist schon aufgrund des ungleichen Standes von Forlán und Iain eigentlich zum Scheitern verurteilt. Ich sage bewusst ‚eigentlich‘, weil C. Dewi einen Weg findet und das in einer Wortgewalt, die … ich finde keine passende Beschreibung dafür. Wow trifft es nicht mal ansatzweise.

Und damit ihr wisst, worum es geht, mopse ich den Inhalt jetzt mal frech von Amazon: „Zwei Männer in einer archaischen Welt. Der eine von seinem Volk verstoßen und seines Namens beraubt, der andere dazu bestimmt, als Herrscher die Geschicke seines Reiches zu lenken. Als Forlán zum Leibwächter des Kriegerprinzen Iain wird, gerät er in einen Strudel aus Gewalt und unterdrückter Anziehung. Zwischen den Männern entspinnt sich ein gefährliches Katz- und Mausspiel, bei dem es augenscheinlich nur Verlierer geben kann – denn Iains Weg als König ist vorgezeichnet. An seiner Seite ist kein Platz für einen Mann, der mehr als ein heimlicher Gespiele ist.“

Dieses Buch hatte ich garantiert nicht zum letzten Mal in der Hand, auch wenn ich es jetzt erst mal eine Weile sacken lassen musste. Es ist voller Details, Szenen, Erzählungen – ich komme mir vor, als hätte ich die Hälfte übersehen, und allein schon deshalb muss und werde ich es wieder lesen. „Staub und Stolz“ ist anders, denn die Geschichte von Forlán und Iain endet nicht, wo sie einander finden, wie es in Büchern oftmals der Fall ist. Nein, sie fängt dort erst an, dabei ist der Weg dahin bereits wahnsinnig lang und ein gefühlsmäßiges Auf und Ab. Ich habe teils ernsthaft überlegt, ins Buch zu steigen und entweder Iain oder Forlán zu erwürgen. Wie diese beiden Männer zwischen Blutvergießen, Mord, brutaler Gewalt und Krieg zueinanderfinden – in einem Wort: erstklassig.

"Staub und Stolz" hat mir mehr als eine schlaflose Nacht beschert, und hätte ich das Buch gleich nach dem Zuklappen rezensiert, hätte ich die arme Dewi mit faulen Eiern bewerfen müssen, weil sie mich so gequält hat. Und das ist sowohl negativ als auch in positivem Sinne zu verstehen, denn „Staub und Stolz“ hat ein Ende, das mit Sicherheit nicht jedermanns Sache sein wird. Davon nehme ich mich nicht aus und ich will ehrlich sein, ich habe einige Zeit mit den Zähnen geknirscht, um mir schlussendlich einzugestehen, dass es passt, so wie es ist. Obwohl ich es mir anders gewünscht hätte.

Einen Minuspunkt hat „Staub und Stolz“ in meinen Augen allerdings doch: das Cover. Die zwei Herren auf dem Bild entsprechen so gar nicht der Beschreibung im Buch, und mir als Leser ist so etwas wichtig. Wenn Covermodels, dann bitte welche, die zu den Charakteren passen. ;-)

Fazit: Lesen! Unbedingt. Ich kann nicht mehr sagen, dieses Buch muss man selbst erleben, und sich dabei möglichst nicht von den über 600 Seiten abschrecken lassen. Einfach toll.

Kommentare:

  1. Wieder mal eine wahnsinnig gute Rezi, die einfach Lust auf mehr macht bzw. auf das Buch macht.

    Nur lese ich normalerweise dieses Genre auch nicht. *grübel* Und ich bin mir nicht sicher, ob mich ein Happy End erwartet, von daher weiß ich wirklich nicht ob ich es lesen soll oder nicht. *G*

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    1. Lies es. Wahrscheinlich sitzt du am Ende genauso murrend da wie ich. *g* Das Buch ist grandios.

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  2. Ich muss sagen, ich war sehr gespannt auf diese Rezi und deine Meinung zu dem Buch.

    Als die Geschichte noch bei FF.de vollständig online war, war ich kurz davor sie zu lesen. Allerdings hat mich beim Reinschöckern das Ende dazu bewogen es sein zu lassen.

    Gegen den Schreibstil von Dewi und ihren Einfallsreichtum kann man einfach nichts sagen. Beides ist erstklassig.

    Auch wenn ich das Buch nie lesen werde, so muss ich dir beim Cover zustimmen. Auch ohne Vorwissen zu dem Buch, würde ich es allein wegen dem Cover nicht beachten. Mir würde eindeutig ein gemaltes Bild (evt. Fantasy) besser gefallen, als diese Fotografie der beiden Männer.

    LG Piccolo

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    1. Ja, das Ende spaltet die Leser, ich merke es immer wieder, wenn ich in den Rezensionen schnökere. *g* Aber die Geschichte ist es wert, eindeutig. :-)

      Wenn die zwei auf dem Bild mehr mit Forlán und Iain gemein gehabt hätten ... es ist ja gut gemacht, keine Frage, aber die Jungs passen in meinen Augen einfach nicht zu meiner Vorstellung von den Charakteren, auch wenn sie beim Fotoshoot jede Menge Spaß hatten. *lach*

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  3. Das Cover ist und war immer unser Sorgenkind. Es war bereits für einen anderen Verlag aufgenommen worden, Dewis Herz hing daran und wir wollten ihr diesen Herzenswunsch erfüllen - obwohl ich persönlich auch eher auf ein gezeichnetes Cover gegangen wäre.
    Ich bereue es nicht, dass es wir es genommen haben, aber in dieser Form wird es sicherlich einmalig bleiben.

    Ansonsten: Ja, Staub und Stolz hinterlässt grauenhafte Spuren, nicht? Ich freue mich über jeden, der sich darauf einlässt. Die Geschichte verdient es. Und ich finde es bemerkenswert, dass es auch so viele tun. Uns war gesagt worden, dass man ein Buch ohne HE nicht bringen "dürfe". Dass die Szene das nicht "mitmacht". Wir haben ganz andere Erfahrungen gemacht. Mag aber auch daran liegen, dass die "Szene" sehr viel weitläufiger ist als man denkt. ;)

    LG Raiki

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    1. Ich kann's verstehen ... wenn ich dran denke, wie lustig die Bilder vom Shotting auf Dewis Blog waren, und die Jungs sind selbst ja auch schnucklig. *g*

      Die Szene macht viel mehr mit, als viele glauben, habe ich immer das Gefühl. Klar wäre mir ein perfektes Happy End lieber gewesen, aber es macht das Buch nicht schlechter, weil es eben anders kam. Ich bin froh, dass ich mich getraut habe, nach einem Reziexemplar zu fragen, sonst wäre mir wirklich ein verdammt gutes Buch durch die Lappen gegangen.

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    2. Im Werbesinne müsste ich jetzt sagen: "Du musst halt IMMER mit uns rechnen." *G* Aber lassen wir das. So trommeln ist nicht meins.
      Ich liebe Staub und Stolz sehr - aber ich kann dir verraten, dass hier selbst im korrektorat, wo wir alle wussten, was kommt, kein Auge trocken geblieben ist. Und ich habe fast vier Wochen gebraucht, um das Ende damals auf FF.de zu verkraften.

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