Dienstag, 7. Februar 2017

Argus

Argus (C. J. Townsend, #3)Argus by Jilliane Hoffman
My rating: 1 of 5 stars

Wenn die staatlichen Behörden auch nur ansatzweise so handeln, wie es in diesem Buch erzählt wird, braucht man sich wahrlich nicht zu wundern, dass so viele Verbrecher frei herumlaufen. Ich habe Cupido und Morpheus geliebt, aber »Argus« kommt nicht mal ansatzweise an seine Vorgänger heran.

Es gibt einen Mord, der ganz offensichtlich nur die Spitze der Eisbergs in einer jahrelangen Mordserie ist, einen aalglatten Verdächtigen, der genau weiß, dass man ihm nichts nachweisen kann, eine Staatsanwältin, die ihren Abschluss offenbar im Lotto gewonnen hat, anders kann ich mir ihr Verhalten in manchen Szenen nicht erklären und einen Polizisten, der als einziger wirklich seinen Job macht oder es zumindest versucht, denn die liebe Staatsanwältin und ihr Vorgesetzter ziehen es ja lieber vor, die Verbindungen zum Snuff-Club erst mal zu ignorieren und später dann mit einem Serienmörder Deals zu verhandeln, die Cop Manny stinksauer machen. Zu recht, meiner Meinung nach.

Und das Schlimmste ist noch, es wird nichts aufgelöst. Unzählige Fragen bleiben ungeklärt, nur um irgendwann mal vielleicht einen 4. Band zu schreiben. Der einzige, der sein gerechtes Ende findet, ist Bill Bantling. Denn auch CJ und Dominick aus den Vorgängerbänden tauchen zwischendurch immer wieder auf. Wobei sie für mich überflüssig waren, weil ich überhaupt keine Verbindung mehr zu ihnen aufbauen konnte. Aber sie mussten eben ins Buch, damit CJ am Ende ihre Rache bekommt. Nun ja, darüber kann man streiten oder es lassen. Meiner Meinung nach hat Bantling sein Ende verdient.

Nur macht diese eine Szene das Buch nicht besser, dafür ist es ein Stückwerk an Szenen mit Charakteren, die mir durch die Bank weg unsympathisch waren. Allen voran Anwältin Daria, der ich die erfahrene Staatsanwältin keine fünf Seiten abkaufte, und je mehr das Buch voranschritt, umso unglaubwürdiger wurde sie. Und am Ende schießt die Frau dann wirklich den Vogel ab, um es mal so zu nennen. Denn obwohl Daria weiß, dass immer wieder Beteiligte rund um den Snuff-Club und den Angeklagten ermordet werden, lässt sie sich wie das perfekte Opferlamm in einer Bar zu einem Drink einladen und abschleppen, nur um Manny eins auszuwischen, der sie nach dem Deal mit Bantling ignoriert, was ich verdammt gut verstehen kann, so hinterrücks wie sie das Ganze abgezogen hat. Kurzum, Daria läuft beinahe freudestrahlend zu ihrer eigenen Hinrichtung, und das war dann der Punkt, wo ich nur kopfschüttelnd da saß und dachte: Wie dumm kann man eigentlich sein?

Der einzige echte Sympathieträger in diesem Buch war für mich Manny, doch das ist zu wenig, besonders in Bezug auf das offenen Ende, da der Fall ungelöst bleibt. Außerdem hatte ich ab dem letzten Drittel des Buches mehr und mehr das Gefühl, die Autorin will schnell fertig werden, denn die einzelnen Szenen wurden immer abgehackter geschrieben oder teilweise überhaupt nicht mehr aufgegriffen. Was soll das bitte? Gut ist eindeutig anders.

Ich war schlussendlich so frustriert, dass ich den Rest nur noch überflogen habe. Dafür gibt weder eine Leseempfehlung noch mehr als den obligatorischen Stern von mir.

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