Dienstag, 18. April 2017

Payback

Payback (Deutsch)Payback by John Inman
My rating: 5 of 5 stars

Genau an ihrem Jahrestag erlebt Tyler wohl das Schlimmste, was einem Menschen, der liebt, passieren kann, denn sein Ehemann Spence wird direkt vor seinen Augen ermordet. Tyler selbst kommt nur knapp mit dem Leben davon, doch als er schließlich im Krankenhaus wieder zu sich kommt, ist nichts mehr, wie es war. Ihr Hund ist weg, die Eheringe gestohlen und Spence längst beerdigt.

Tyler fällt in ein tiefes Loch und ich habe beim Lesen einige Male die Tränen zurückhalten müssen, während er versucht hat, irgendwie wieder Anschluss zu finden und doch immer tiefer in den Abgrund rutscht. Spence' Familie, seine Freunde, sein Job – alles löst sich in Wohlgefallen auf und Tyler ist das auch nur recht. Er will keine Hilfe, er will Rache für Spence' Tod. Also zieht er irgendwann los, kauft sich eine Waffe und nur wenig später ist er praktisch gezwungen sie zu benutzen, um nicht ein zweites Mal angegriffen und ermordet zu werden. Das Schlimme ist nur, Tyler fühlt keine Reue. Er weiß nicht, was er fühlt, ob er überhaupt noch fühlen kann, und warum lässt dieser Cop ihn nicht einfach in Ruhe?

Denn Chris, der Spence' Fall bearbeitet, fühlt sich von Anfang an zu Tyler hingezogen und er gibt nicht auf. Wieder und wieder versucht er Tyler aus seinem Schneckenhaus zu locken und er ist dabei so behutsam, aber auch beharrlich, dass Tyler erst merkt, wie sehr ihm Chris bereits unter die Haut geht, als es längst zu spät ist. Doch da sind seine Schuldgefühle gegenüber Spence', deren Mörder immer noch nicht gefasst sind, und dann ist da sein Geheimnis und diese verdammte Waffe.

Gott, ist das ein Buch. Umwerfend. Ich wollte abends eigentlich nur mal reinlesen. Als ich fertig war, war es Mitternacht und mir tränten die Augen. Wunderbar geschrieben und ohne den mahnenden Zeigefinger, der bei solche moralischen Konflikten gerne mal erhoben wird. Stattdessen muss ich als Leser selbst damit klarkommen, wie ich die Lösung finde, die Chris und Tyler am Ende austüfteln, um zu verhindern, dass Tyler für sehr lange Zeit ins Gefängnis wandert. Und ja, ich kann gut damit leben, dass die beiden ihr Glück finden, rechtliche Frage hin oder her. Denn diesem Abschaum, der Spence totgeprügelt hat, weine ich keine einzige Träne nach.

Darum bekommt das Buch auch volle Punktzahl und eine dicke Leseempfehlung von mir. Zusätzlich geht ein großer Dank an den Dreamspinner Verlag für das Rezensionsexemplar.


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