Montag, 15. Mai 2017

Wie man die Sterne zählt

Wie man die Sterne zähltWie man die Sterne zählt by Diana Wintermeer
My rating: 4 of 5 stars

Wenn es um ruhige Geschichten geht, mausert sich Diana Wintermeer immer mehr zu einer Autorin, wo ich sage: Bücher kaufen und genießen. Das trifft auch auf ihr neues zu, in dem zwei mehr als unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen.

Nathan ist fast 30 und hat bisher praktisch nur für seine kranke Mutter und seinen staffälligen Bruder gelebt, der ihm jetzt sogar Sozialstunden eingebracht hat, die er in einem Kinderheim ableistet und dabei auf Arik trifft, einen jungen Mann, der bislang im Leben nicht gerade von Glück gesegnet ist. Mit einer Hörschädigung geboren, wurde er von seinen Eltern gezwungen, Hörgeräte zu tragen, die er nie wollte und die ihm Schmerzen bereiten. Was Freiheit ist und was es bedeutet, eigene Entscheidungen zu treffen, weiß er überhaupt nicht, bis Nathan ihm aus einer Laune heraus vorschlägt, ihn auf einen Wandertripp quer durch Schweden zu begleiten.

Und diese Reise ist für beide Männer mehr als ein Augenöffner, denn Arik lernt langsam Vertrauen in Nathan zu fassen und der muss lernen, dass er nicht immer alle Menschen von sich fortschieben kann, aus Angst, sie später wieder zu verlieren, denn sonst wird er auch sein restliches Leben lang allein bleiben.

Dazu die wunderschöne Landschaft Schwedens, die bei jeder Szene im Hintergrund mit dabei ist und viel Raum einnimmt, was herrlich zu lesen ist. Eine wirklich schöne Geschichte, die natürlich mit einem verdienten Happy End aufwartet.

Warum aber nur 4*? Wegen des Endes. Nach Ariks Unfall habe ich beim Lesen mehr und mehr die Stirn gerunzelt, weil beide ihre Reise zwar fortsetzen, aber ich hatte plötzlich das Gefühl, dass es auf den letzten Seiten nun noch darum geht, die zwei unbedingt noch ins Bett zu kriegen. Das hat mir nicht gefallen, weil es auf mich konstruiert wirkte und das Buch auch gut ohne Sexszene ausgekommen wäre.

Eine Leseempfehlung spreche ich dennoch aus, denn die Geschichte lohnt sich definitiv für einen genießerischen Leseabend, um einfach die Seele baumeln zu lassen.

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