Dienstag, 4. Juli 2017

For Real

For Real - das echte LebenFor Real - das echte Leben by Alexis Hall
My rating: 4 of 5 stars

Ein 19-jähriger Bengel, der keine Ahnung hat, in welche Richtung er sein Leben lenken soll, und ein 37-jähriger Arzt, der schon so viel Leben und Tod gesehen hat, dass er auf den ersten Blick völlig abgestumpft ist, kann das gut gehen?

Ja, es kann. Auch wenn es zu Beginn einfach nach einer netten Affäre aussieht und ohne Tobys Beharrlichkeit wohl auch geblieben wäre, denn Laurie ist der felsenfesten Überzeugung, zu mehr außer gutem Sex nicht mehr fähig zu sein. Er glaubt, dass er nicht mehr lieben kann und er spricht Toby aufgrund seines Alters einfach mal ab, zu echter Liebe fähig zu sein. Dabei trägt Toby sein Herz auf der Zunge und das von der ersten Seite an. Ja, er ist jung und er weiß nicht, was er will, was für Toby selbst ein großes Problem ist, doch in Bezug auf Laurie gilt das nicht. Bei ihm weiß er, was er will und was er für den Arzt fühlt, Unerfahrenheit hin oder her.

Doch Laurie kann und will das einfach nicht sehen, und er verschließt sich vor allem, was auch nur darauf hindeutet, dass das zwischen ihnen mehr als guter Sex ist. Und dieses Kopf in den Sand stecken führt bald zu Problemen zwischen beiden und wird in etwa der Mitte des Buchs dann auch beim Lesen ziemlich anstrengend.

Seitenlang jammert Laurie immer wieder über sich selbst und was er ja angeblich alles nicht darf, weil es falsch wäre, weil Toby zu jung ist und ihn gar nicht lieben könne, so wie sein Ex … bla bla … Du meine Güte, mir hat Toby echt leid getan. Und das tut er auch noch weitere Male, weil Laurie wirklich ein Depp ist, der mir eine Menge neuer graue Haare beschert hat, bis er schließlich doch noch den Mut aufbringt, dazu zu stehen, was er fühlt.

Bis dahin ist es allerdings ein langer Weg und am Ende muss Laurie auch erst das Gefühl haben, dass er Toby verloren hat, bis er den Stock aus seinem Arsch zieht, um es mal so zu bezeichnen. Über den Rest hülle ich jetzt den Mantel des Schweigens. Selbst lesen und genießen, sage ich nur. ;-)

Volle Punktzahl gebe ich der Geschichte nicht, denn erstens hat Laurie mich einmal zu oft die Augen verdrehen lassen, und zweitens ist mir schon eine ganze Weile kein E-Book mehr unter die Augen gekommen, bei dessen Cover so daneben gegriffen wurde, wie bei diesem. Ich hätte das Buch deswegen beinahe nicht gekauft. Den meisten mag das egal sein, aber für mich gehört zu einer guten Geschichte auch ein passendes Cover, und wenn man schon Modelle nutzt, dann bitte solche, die wenigstens ein bisschen mit den Charakteren gemeinsam haben. Nicht zwei »Jüngelchen«, die aussehen als wären sie gerade erst mit der Schule fertig, obwohl Laurie im Buch auf die Vierzig zugeht. Das kann Dead Soft eindeutig besser.

Wie gut, dass es Calibre gibt, denn auf meinem Reader hat das E-Book jetzt sein Originalcover. Zum immer wieder lesen, weil »For Real« trotz der Kritikpunkte eine dicke Leseempfehlung von mir erhält. Die Geschichte von Toby und Laurie ist es wert.

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Kommentare:

  1. Ich liebe das Buch in der englischen Original-Version und ich habe ja so sehr gehofft, dass die Übersetzung einigermaßen brauchbar ist. Das scheint ja zum Glück der Fall zu sein und ich bin richtig erleichtert! Da kann ich dann wohl bedenkenlos Werbung auch bei den Leuten machen, die nur auf Deutsch lesen. Prima!

    Ich gebe Dir recht, dass Laurie sich lange und ausführlich ziert und ich habe mit Toby gelitten, aber dafür war das Happy End umso schöner.

    Was das Cover angeht - ebenfalls volle Zustimmung von mir. Die beiden Männer haben überhaupt gar nichts mit den beiden Männern, wie sie im Buch beschrieben werden, gemeinsam. Außerdem hätte mich die Optik absolut nicht zum Kauf angeregt. Da muss man wohl wirklich über das Cover hinwegsehen.

    LG Gabi

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    1. Jap, kannst du. Ich würde es bedenkenlos an jeden weiter empfehlen, der ein gutes Gay-Buch zum Lesen sucht, auch wenn der Schreibstil so ganz anders ist, als ich das gewohnt bin. Viele kurze, abgehackte Sätze. Aber es passt zu beiden und der Geschichte tut es keinen Abbruch. :-)

      Nun ja, das Cover ... Ich komme da immer noch nicht drüber weg, aber auf dem Reader konnte ich ja Gott sei Dank für Abhilfe sorgen. Mich ärgert zwar ein wenig, dass ich es mir nicht als Taschenbuch holen kann, aber mit dem Cover kommt es mir nicht ins Regal. Never.

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